And each day we try the best we can to recover.

Wir machen Ferien. Irgendwo im Süden, irgendwann in den großen Ferien. Mohebo on tour. Auf Malta. Dort, wo die Lebensfreude Alltag ist. Manchmal braucht man eine sorgenfreie Welt. Der Begriff Flucht hat eine negative Konnotation die er nicht verdient, ohne gelegentliche Flucht aus der Realität würden die meisten Menschen wohl wahnsinnig werden. Ich bin überzeugt ich gehöre zu diesen Menschen. Manchmal bin ich mir noch nicht mal so sicher ob ich den Wahnsinn durch flüchten verhindern kann. Das Problem ist die Rückkehr. Und irgendwie kehrt man doch immer wieder zurück. Dorthin wo man eigentlich weg wollte, aber dann merkt, dass es doch so etwas wie ein Zuhause geworden ist. Dorthin wo man all das Negative zurücklassen wollte, aber dann feststellt, dass man das Positive auch zurückgelassen hat.

Würdest du heute noch mit einem Mädchen ausgehen wollen, das du vor fünf Jahren einmal mochtest? Ich weiss nicht mehr warum die Frage aufkam, und im Grunde genommen ist der Ursprung der Frage auch egal. Viel interessanter ist doch herauszufinden wo sie hinführt. Zugleich auch viel qualvoller. Denn sie führt mich zurück in eine Vergangenheit die ich nicht mehr will. Das ist eine Lüge. Ich will die damals vorgestellte Zukunft immer noch, aber die Hoffnungslosigkeit ihrer Realisierung schmerzt so sehr, dass ich versuche den Traum aufzugeben. Das tut auch weh, aber nicht so sehr wie das verzweifelte Festhalten an einer Welt die es nie geben wird. Jede einzelne Zelle schreit wenn ich diese Zeilen tippe. In meinem Herzen hat diese eine Person einen so großen Platz eingenommen, dass ich fürchte sie gehen zu lassen. Denn alles was bleiben würde wäre eine Leere und Ahnungslosigkeit wie ich diese Leere füllen sollte.

Um wen es sich bei dieser Person handelt tut nichts zur Sache. Dass ich sie als die Liebe meines Lebens bezeichnen würde, dürfte jedoch klar sein. Vielleicht ist diese Bezeichnung das Problem. Wenn ich sie nur als ein Mädchen sehen würde, das ich mag, könnte ich einfacher loslassen. Aber ich mag sie ja nicht nur. Da ist mehr. Viel mehr. Das war da als ich sie vor fast sieben Jahren das erste Mal sah wie sie in der Schulkantine neben mir saß und zu mir rübersah, da war mehr als ich vor fünf Jahren verstand, dass ich in sie verliebt war, und da war mehr als ich vor zweieinhalb Jahren wegen ihr eine depressive Störung hatte. Sie ist so viel mehr. Sie ist Inspiration und Ennui, Tag und Nacht, Freude und Unglück, alles zugleich.

Wenn du mir jetzt noch sagst, dass du jeden mit ihr vergleichst, kann ich dir bestätigen, dass es Liebe ist. Meinte meine Mutter mal. Dass es Liebe ist, hätte ich ihr auch so sagen können. Verliebtheit dauert keine Jahre. Es ist mehr als Liebe. Es ist fast eine Sucht. Da, ich nenne das Kind beim Namen. Wie in einer Sucht komme ich mir vor. Kalter Entzug um dann doch wieder rückfällig zu werden. Achthundert Kilometer, ein Meer, mehrere Staatsgrenzen. Nichts hat etwas daran geändert, dass ich stetig an sie denke.

Würdest du heute noch mit dem gleichen Mädchen ausgehen wollen? Mir tat alles weh. Seelisch, körperlich. Ich hätte am liebsten geweint, geschrien, gelacht um die Qualen zu lindern. Aber es hilft ja nichts. Sie schreibt jetzt ihre Examen, dann geht sie auf die Uni und ist weg. Für immer. Ohne zu wissen, dass es dort einen Menschen gibt, der alles für sie tun würde. Ist das eigentlich fair ihr diese Information vorzuenthalten? Aber wie soll ich ihr das alles sagen, ich habe sie seit Monaten nicht mehr gesehen. Sie wohnt zwei Straßen weiter. Man erkläre mich zum Idioten, aber das fühlt sich an wie Lichtjahre. Womöglich leben wir in der gleichen Welt und werden es nie wissen. Weil ich es damals noch nicht besser wusste.

Ich hatte einmal den Entschluss gefasst sie zu fragen ob sie mit mir ausgehen würde. Auf unserem Nachhauseweg bin ich ein paar Meter vor ihr gegangen. Dann hörte ich wie sie mit ihrer Freundin über mich redete. Was sie genau sagte weiss ich nicht mehr. Am nächsten Tag bin ich dann wieder ein paar Meter vor ihr spaziert. Vor ihrem Haus blieb ich stehen. Jetzt tust du’s. Oh mein Gott, du tust es ja wirklich. Ich bin stehengeblieben. Ich hab’s wirklich gewagt. Dann habe ich so getan als müsste ich mir die Schuhe zuschnüren, weil ich es aus irgendeinem Grund doof fand einfach so dort zu stehen. Dann habe ich aus dem Augenwinkel gesehen wie sie mich ansah und auch stehen blieb. Dann sind meine Sicherungen durchgebrannt und ich bin weitergegangen. Ich hasse mich.

Man kann seinen Seelenverwandten verpassen wenn man ihr zu früh oder zu spät begegnet. Ich bin ihr zu früh begegnet. Heute würde ich sie nicht mehr gehen lassen. Würde ich sie doch nur noch einmal wiedersehen. Alleine. Und wenn sie mir nur sagt ich solle sie in Ruhe lassen. Dann könnte ich zumindest loslassen. Hoffentlich.

Manchmal spüre ich noch ihren Arm an meinem. An diesen kalten Wintermorgen als ich ihre Schöhnheit im Fensterglas des Busses beobachtete, weil sie einen Freund hatte und ich es nicht ausgehalten hätte sie direkt anzusehen. Als ob er überhaupt zu schätzen wüsste welchen Menschen er seinen Armen hällt damit sie nicht durch die Liter Alkohol zu Boden fallen würde.

Wenn ein Mädchen dich mit fragenden Blicken ansieht will sie, dass du sie festhälst und ihr sagst wie wichtig sie dir ist. Sagte eine Freundin von mir mal. Aber das erschien damals auch falsch. Weil sie mich nur so ansah weil sie realisierte, dass ich einige ihrer Freunde und ihre Kusine kenne. Ich hätte sie trotzdem gerne festgehalten.

Ich versinke nicht im Selbstmitleid. Ich versuche nur zu verstehen, ob ich es aus der Sucht heraus schaffen kann. Ich liebe sie. Wie kann man Liebe aufgeben? Ich habe mich noch nie so einsam gefühlt als an dem Tag als ich durch die Schule lief und sämtliche Klassenlisten durchlas nur um festzustellen, dass sie nicht mehr da war. Aber die Liebe war trotzdem noch da. Sie fühlte sich leer und sinnlos an, aber sie war selbst in dem Moment noch da.

Würdest du dich heute noch mit einem Mädchen treffen wollen, das du vor fünf Jahren mal mochtest? Ja, denn eigentlich mochte ich sie nie nur. Und Liebe geht nie weg.

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