Edelstein

Ich erinnerte mich nur noch vage an das Gefühl. Sag jetzt bloß nichts falsches. Ich wähle jedes einzelne Wort so bewusst, dass Herz und Verstand sich einig sind es sei das beste Wort das man hätte sagen können. Der Tonfall, die Körpersprache — kontrolliert und doch instinktiv. Flow. Lehne dich jetzt bloß nicht nach vorne. Sie blickt hin und wieder auf, lächelt, schaut wieder weg, lehnt sich nach vorne, bleibt still. Sie streift sich ihr schulterlanges Haar aus dem Gesicht. Professional hazard. Ich bemerke jedes Detail: ihre funkelnden cyanfarbenen Augen, ihre Grübchen wenn sie lächelt, und ihre grüne Jacke, die über dem Stuhl hinter ihr hänkt — ein schöner Kontrast zu ihrem dunkelblonden, rotgefärbten Haar. Sie trägt weder Ringe noch Ohrringe, ist nicht geschminkt — warum sollte sie? Die rotgefärbten Haare, die grüne Jacke wecken Erinnerungen, aber erst im Nachhinein. Nichts von der Welt ist von Bedeutung in diesem Augenblick der Ewigkeit. Alles lief auf diesen Punkt hinaus. Ich habe sie tatsächlich gefunden. Etwas anders, aber doch wunderschön. Die Hoffnung, dieser vollkommene Moment der inneren Ruhe bevor die Welt in einem Feuerwerk neu geboren wird. Lass dich treiben und überstürze nichts. Sein ist schön.

3 thoughts on “Edelstein”

  1. :) meng Hänn kribbelen. An nee, ech mengen net, daat ech geschwen en Härzinfakt kréien ;-)
    Daat ass wonnerschéin. An erennert mech un sou villes (an dach un naischt!)
    Wow.

  2. Merci. :)

    Hehe dat wier dach emol eng Schlagzeil: “Luxemburgischer Schüler stirbt beim Lesen von Blog — Lëtzebuerg Privat deckt auf”. :))

  3. Genial geschriwwen! Super ewéist du et (alt erem) fäerdeg bruecht hues esou vill zesoen an Gefiller eriwwer zebrengen an esou scheinbar weinegen Zeilen! Ech frëen mech elo schons op den Optrett am d:qliq!! :)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *