Das Schönste auf der Welt

Eigentlich stelle ich mir die Frage nach einem erfüllten Leben seit einiger Zeit. Seit Sara aber die Frage gestellt hat was man tun muss um das Leben nicht zu bereuen wenn man stirbt, geht sie mir gar nicht aus dem Kopf. Bei Sundancer tauchte nun die Frage auf nach dem Schönsten auf der Welt.
Gibt es das Schönste auf der Welt? Eine Person die mir sehr viel bedeutet – Freundin? das Wort ist bedeutungsleer geworden in dieser Welt – sagte mir heute Abend sie sei einfach bloß froh, dass es mich gibt.
Eine andere mir sehr wichtige Person hat mir eben gesagt, dass ihr Vater an einer schrecklichen Krankheit leidet und bald sterben wird. Ich kann noch nicht mal für sie da sein in dieser gottverdammten Stadt so weit weg von ihrer.
Was ist das Schönste auf der Welt? Sundancer schreibt es sei die Freiheit. Die Freiheit zu Atmen. Für mich jedoch ist es etwas anderes: das Glück, Menschen um mich zu haben die ich lieben kann und die mich lieben. Das Glück, dass meine Eltern und Geschwister noch leben. Das Glück, am Leben zu sein und es genießen zu können.
Was ist die Antwort auf Saras Frage? Ich glaube, sicher zu gehen dass die Menschen die man liebt das auch wissen. Dass man für das Glück sorgt, ein anderes Leben über sein eigenes stellen zu können. So zu leben, dass man nachher auf die Frage was man hätte anders machen sollen nur eines erwidern kann: nichts.

12 thoughts on “Das Schönste auf der Welt”

  1. Ist die Frage nach einem erfüllten Leben nicht eine ‘Luxus-Frage’, die man sich überhaupt erst stellt, wenn man das Glück hat in unseren Umständen zu leben?

    Aber eine übertriebene, oder gar verzweifelte, Suche nach dieser Erfüllung ist auch oft der Grund, dass viele Leute sich unglücklich fühlen.

    Hat ein (ursprünglicher) Aborigine ein erfülltes Leben, wenn dieses Leben hauptsächlich aus Überleben und ‘kontemplativem Vor-sich-hindösen’ besteht? Sicher nicht nach unseren Massstäben, aber wer sagt, dass unsere (oder nur unsere) die richtigen sind?

    Und macht es schlussendlich wirklich einen Unterschied ob man ein erfülltes Leben (was auch immer das eigentlich bedeutet) hatte oder nicht? Klappe zu, Affe tot.

    Warum sich nicht einfach ein bisschen treiben lassen, solange man sich eigentlich gut fühlt? Und wenn man sich nicht gut fühlt, dann halt ein bisschen gegensteuern bis man sich wieder gut fühlt. Auch wenn man so nicht ‘alles’ erreichen kann, aber das kann man ja sowieso nicht. Oder geht es darum, dass man glaubt, dass man dann endlich glücklich wäre, wenn man dies oder jenes erreicht hat?

    Ich fühle mich gerade spontan an das Bild vom Esel erinnert, dem man eine Möhre vor’s Maul hält, aber gerade so weit entfernt, dass er sie nicht wirklich fressen kann. Und er läuft, und läuft, und läuft immer weiter, in der Hoffnung sie eines Tages zu bekommen! Und am nächsten Tag hat er schon wieder Hunger …

    ps. Ich übernehme keine Garantie dass das eben Geschriebene wirklich Sinn macht. Es ist noch relativ früh und ich hab’ einen Kater. Jetzt weiss ich wieder, wieso ich so selten Alkohol trinke.

  2. Es ist gut möglich, dass es Luxus ist sich eine solche Frage überhaupt stellen zu können. Ich habe nicht behauptet, meine Antwort wäre universell. Es ist meine ganz persönliche Sicht des Glücks, auch wenn ich davon überzeugt bin dass das Verlangen nach Liebe jedem Menschen innewohnt, ob er nun Westeuropäer oder Ureinwohner Australiens ist. Aber das ist bloß eine Vermutung, belegen kann ich das verständlicherweise nicht.

    Ich persönlich suche nicht übertrieben nach dieser Erfüllung. Seit ich aber zum Antitheisten geworden bin, bin ich der Überzeugung, dass diese paar Jahre des Lebens alles ist was wir jemals bekommen bevor wir einfach aufhören zu existieren (ich will auch gar keinen Himmel wo alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, was ist denn Glück ohne Schmerz?). Und was habe ich denn zu verlieren, wenn ich versuche für diese kurze Zeit glücklich zu sein? Ich glaube schon, dass es einen Unterschied macht. Man beeinflusst die Menschen um sich herum auf positive Weise wenn man selbst glücklich ist. Schlendere mal einen Nachmittag durch die Stadt und lächele, es ist verrückt wieviele Menschen zurücklächeln.

    Ich glaube es spricht nichts dagegen das Glück einfach bloß zu genießen solange es anhält.

    Als Mensch hat man den Vorteil, dass man die Hand ausstrecken kann und nach der Möhre greifen. Nur sind die meisten zu blöd, das auch zu tun. :)

    Doch ich glaub schon, dass das Sinn ergibt. :)

  3. thierry:

    Dat mam Laachen stëmmt en effet. An vill Läit wéilten och vill méi labber, méi positiv, méi frëndlech zu deenen aneren sinn mee wëssen irgendwéi nët wéi se sech ustellen sollen oder färten sech lächerlech ze man, falsch verstaanen ze ginn, ausgenotzt ze ginn, etc. Wann een hinnen awer bis eng winzig Méiglecheet bidd, dann notzen die meescht se och.

    Dat woer och, wat ech mat am Schéinsten um Camino fonnt hunn. Dass een sou séier, sou einfach an unkomplizéiert mat aneren Läit an Kontakt an an d’Gespréich komm ass. D’Fassaden an d’Hemmschwellen woren do wesentlech méi reduzéiert wéi soss oft am Alldag. An usech misst et jo méiglech sinn sou eng Atmosphäre och nees, opmanst zum Deel, an den Alldag ze brëngen.

    Ech perséinlech fannen et brauch een grosso-modo 4 Saachen fir glécklech ze sinn (oder opmanst zefridden):

    – en Dag iwwert dem Kapp/eng Plaatz fir ze schlofen
    – genuch fir z’iessen
    – eppes fir ze maachen (ganz wichteg)
    – Läit déi een gären huet an mat deenen een sech austauschen kann

    Die éischt zwee sinn an eisen Géigenden jo en ‘given’. Also happert et haaptsächlech un deenen zwee läschten. Den dretten Punkt kann een allerdengs oft selwer zu engem groussen Deel beaflossen also hänkt et do un engem selwer, un senger Motivatioun an un senger Kreativitéit a wéi wäit een dat erreecht. Wat den veierten Punkt ugeht, sou ass et e bessen méi schwéier, well een do mat aneren Individuen ze dinn huet, déi och all hier Iddien, Wensch & Problemer hunn, mee wann een oppen, positiv and unternehmungslusteg ass, sollt een och domadder keng all ze grouss Problemer hunn (ech schwätzen do éischter vun Frendschaften wéi lo vun Léift tel quel an meng 4 Punkten sinn natiirlech lo hei bessen verallgemeinert an simplifiéiert).

    Sou dass et mengen ech schon méiglech ass fir glécklech/zefridden ze ginn.

  4. Also Thierry, dat do kann et jo elo net sinn. Do hun ech geschter Owend de Post vum Sara gelies gehaat a geduercht “Komm du entwers ma. Bass elo zemidd” a waat geschidd du schréiws och e Post doriwwer. Tztz. Dir huelt ierch jo géigenseiteg Kommentarer ewech. Wäert trotzdem am Sara sengem Blog (och) entweren. :P :)

    Elo awer emol am Eecht:
    “Man beeinflusst die Menschen um sich herum auf positive Weise wenn man selbst glücklich ist. Schlendere mal einen Nachmittag durch die Stadt und lächele, es ist verrückt wieviele Menschen zurücklächeln.”

    Oh jo! Dat stemmt effektiv. Ech mengen déi eenzeg Staat op der Welt ewou dat net klappt ass London. (An dat aus mengem Mond! Dat muss eppes heeschen! :D) Mee ech haat virun e puer Méint e gudd Gedicht gelies, waat doriwwer gaangen ass, wees awer leider d’Adress net méi :( Mee als Schlussbemierkung stung deemols ennendrenner, dass ee Laachen esou vill ausmécht an een esouvill bei däer aanerer Persoun domatter kann bewierken, an dat Bescht ass, dass et och nach gratis ass!

    Sou elo ginn ech dem Sara awer entweren ;P :)

  5. meng Fro war awer; wat muss een maachen fir dass een mam Moment vum Doud net hadert? Well ech kann mer virstellen dass een flait och dann net mam Doud eenz get wann een en erfeltent Liewen hat, eben well een dat erfeltent Liewen net wel opgin.

  6. Ech géing mengen et ass awer méi einfach wanns de der kanns soen: okay, dat war et dann elo, mee ech hunn wéinstens dat Bescht aus der Zäit gemaach an ech géing och näischt anescht maachen wann ech d’Chance hätt; ewéi wanns de der sees: ech well nach e puer Joër fir all meng falsch Entscheedungen erem wett ze maachen.

    D’Angscht vum Doud ass awer wuel eppes natirleches. Wéi een domat färdeg gett hänkt vu jiddferengem eenzel of. Vläit ass d’Léisung sech senger Stierwlechket bewosst ze sinn, an net wéi et an eiser Geselschaft emmer gehandhabt gett, dass den Doud komplett verdrängt gett.

  7. schön zu sehen, dass ich mit meiner Frage nicht alleine bin:)

    Ich denke, dass viele Menschen diese Frage mit Liebe beantworten, einem Zustand des Glücks in dem soviele Hormone ausgeschüttet werden, das man die WElt umarmen könnte. In der Tat hat die Person, die mir diese Frage gestellt hat, ähnlich wie du geantwortet Thierry. Für ihn ist das Schönste Liebe, Liebe zu eigenen Kindern.
    Ich selbst sehe Liebe absolut als ein wichtiges Kriterium für Leben, Überleben und zwischenmenschliche Beziehung. Es ist ein Grundbedürfnis, wir alle brauchen sie. Aber sie ist für mich nicht das Schönste.
    Liebe ist vergänglich und in Verbindung mit Glück relativ. Stimmt es denn, das wir uns in unedlicher Empathie für andere einsetzen? Ich selbst bin eh immer etwas allergisch was Glück und „glückliches Leben führen“ anbelangt. Das geht in Richtung von Grommel, die Bedingungen zum Glück sind vorbestimmt, für viele unerreichbar und vllt. gibt es zuviele Leute die meinen definieren zu können, was Glück ist.
    Aber bedeutet das Schöste immer gleich Glück?
    Ja, in dem Sinne da Glück immer positiv bewertet wird, genauso wie schön. Nein, da das Schönste, unabhängig von Glück existiert. Wenn ich versuche das Schönste zu definieren, als eine Freiheit zu atmen, dann ist es aus diesem Grund, das es ein tolles Gefühl ist, tief einzuatmen und in diesem Zustand etwas eigenes freies zu haben (ja tralala).
    Vielleicht macht mich der Moment glücklich, aber darauf kommt es nicht an.

    Wenn jedenfalls, so viele Menschen Liebe als das Schönste definieren und auch nach der Möhre greifen, die vor ihnen schaukelt, dann finde ich das toll. Genauso wie das Bewusstsein zu haben, was um einen herumpassiert.

    gruß daniel

  8. thierry:

    >D’Angscht vum Doud ass awer wuel eppes natirleches. Wéi een domat färdeg gett hänkt vu jiddferengem eenzel of. Vläit ass d’Léisung sech senger Stierwlechket bewosst ze sinn, an net wéi et an eiser Geselschaft emmer gehandhabt gett, dass den Doud komplett verdrängt gett.

    Definitiv! Et soll keng Obsessioun ginn, mee et soll een et och net komplett verdrängen. Den Doud ass eppes natiirleches, et kann een näischt dogéint man, also soll een en acceptéieren an unerkennen. An dann emsou méi intensiv liewen (wann een dat wëll).

  9. theirry:

    >ewéi wanns de der sees: ech well nach e puer Joër fir all meng falsch Entscheedungen erem wett ze maachen.

    firwat sollt een dat wëllen an wat soll dat brëngen? zumools wann een ‘duerno’ souwiesou näischt (méi) dovunner huet?

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